11 Hausmittel gegen Erkältung

Schnupfen, Husten und Abgeschlagenheit sind oft sichere Zeichen für eine Erkältung. Erkältungen (auch grippale Infekte genannt) werden durch verschiedene Viren (bspw. Rhinoviren) ausgelöst. Anders als bei bakteriellen Infektionen, die sich in der Regel durch Antibiotika recht gut behandeln lassen, gibt es gegen eine Virusinfektion kein allgemein wirksames Mittel.

Was können wir also tun, wenn uns eine Erkältung erwischt hat? Es muss nicht immer gleich der Griff zur Tablette sein, um die Symptome einer Erkältung zu lindern. Viele Erkältungskrankheiten lassen sich nämlich mit Hausmitteln recht gut behandeln. Hausmittel wie Ingwer, Zwiebel & Co. können bei Erkältungen für spürbare Linderung sorgen und die Heilung beschleunigen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Hausmittel gegen Erkältungen helfen können. Wir liefern Ihnen ausführliche Tipps, mit welchen bewährten Hausmitteln Sie lästige Symptome von Erkältungen lindern und schon bald wieder auf dem Posten sein können.

Gönnen Sie dem Körper die nötige Ruhe bei Erkältung

Ruhe ist zwar kein Hausmittel im eigentlichen Sinn, aber essenziell für eine schnelle Genesung. Wie die meisten Krankheiten, stellt auch eine Erkältung eine extrem hohe Belastung für den Organismus dar. Das Immunsystem versucht mit aller Kraft gegen die Erkrankung vorzugehen. Wer dennoch versucht, seiner gewohnten Arbeit nachzugehen, läuft schnell Gefahr, den Körper zu überlasten. So kann sich aus einem grippalen Infekt schnell eine deutlich schwerere Infektion, wie bspw. eine Lungenentzündung entwickeln.

Als wichtiger Tipp bei Erkältung gilt daher: Treten Sie bereits bei ersten Anzeichen von Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen auf die Bremse. Gönnen Sie dem Organismus und dem Immunsystem die nötige Ruhe, um sich zu regenerieren. Versuchen Sie möglichst viel zu ruhen oder zu schlafen. Wenn es das Wetter zulässt, sind aber kurze, langsame Spaziergänge an frischer Luft durchaus erlaubt.

Wärme gegen Erkältung – warme und kalte Wickel

Da der Organismus bei einer Erkältung geschwächt ist, friert er schneller. Allerdings stellt Frieren eine weitere Belastung für den Körper dar. Deshalb sollte bei einer Erkältung für ausreichend Wärme gesorgt werden. Allerdings ist es weniger sinnvoll, die Wohnung zu stark aufzuheizen, denn warme, trockene Luft reizt die Atemwege zusätzlich.

Kühle Luft und höhere Luftfeuchtigkeit lindern die Beschwerden. Statt mehr zu heizen empfiehlt sich daher, warme Socken und bequeme, warme Kleidung zu tragen, den Hals mit einem Schal oder Tuch zu schützen und sich gegebenenfalls mit einer Decke zuzudecken.

Verschiedene warme und kalte Wickel sind ebenfalls traditionelle Hausmittel bei Erkältungen. Warme Wickel wie Körnerkissen, Kartoffelwickel oder Quarkwickel lindern Schmerzen und regen die Durchblutung an. Kalte Wickel mit feuchten und kühlen Tüchern eignen sich perfekt bei Fieber und hoher Wärmeentwicklung. Auch kühle Wickel können Schmerzen lindern. Beide Varianten können nach Bedarf auch im Wechsel angewendet, je nachdem, welche Temperatur gerade als wohltuend empfunden wird.

Viel Trinken bei Erkältung

Bei einer Erkältung sind in der Regel die Schleimhäute in Mund, Rachen und Nase extrem gereizt. Um diese zu beruhigen hilft ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Daher ist Trinken ein wichtiges Hausmittel gegen Erkältungssymptome. Durch viel Trinken werden mehrere positive Effekte erzielt:

  • Ausgleich des durch Schwitzen bedingten Flüssigkeitsverlustes
  • Befeuchtung der Schleimhäute in den Atemwegen
  • Lösung von festsitzendem Sekret in Atemwegen, Nase und Nasennebenhöhlen

Zum Trinken eignen sich am besten heiße Getränke wie Kräutertees, Ingwertee, heiße Zitrone. Auch der Zusatz von Kräutern kann hilfreich sein. Salbeitee kann beispielsweise Halsschmerzen lindern und Spitzwegerich und Thymian das Abhusten unterstützen.

Zudem ist es hilfreich, für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum zu sorgen. Gerade im Winter bei besonders trockener Raumluft können Schalen mit Wasser oder Verdunstungsbehälter auf der Heizung sinnvoll sein.

Vitamin C und Zink als Hausmittel gegen Erkältung

Vitamine und Spurenelemente braucht der Körper. Insbesondere die Kombination aus Vitamin C und Zink wirkt entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Nicht zuletzt deshalb werden häufig entsprechende Produkte im Handel angeboten. Wer jedoch auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel verzichten möchte, kann auf entsprechende Lebensmittel mit hohem Vitamin C und Zinkanteil zugreifen. Für die optimale Versorgung sind insbesondere Fleisch, Innereien, Fisch und Meeresfrüchte, Nüsse, Haferflocken, Paprika, Kräuter, Beeren und weitere frische Obst- und Gemüsesorten bestens geeignet. Da gerade Vitamin C hitzeempfindlich und wasserlöslich ist, sollte auf Frische geachtet werden. Obst also möglichst roh verzehren und Gemüse nur kurz Dämpfen oder Blanchieren. Wenn das Schlucken schwer fällt, kann das Gemüse auch geraspelt oder püriert und Obst gerieben werden. Geriebene Äpfel und geriebene Möhren mit Zitrone und Honig sind vielen sicher noch aus Kindertagen bekannt und wahre Vitaminbomben.

Hühnersuppe gegen Erkältung

Eine frisch gekochte Hühnersuppe gilt seit jeher als ideales Hausmittel gegen Erkältungen – dies ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Die in der Suppe enthaltenen Eiweiße, Fette und Vitamine geben Kraft. Hühnersuppe enthält nicht nur viel Zink zur Eindämmung von Entzündungsprozessen, sondern auch die Aminosäure Cystein. Dieser Eiweißstoff stärkt das Immunsystem und lässt Schleimhäute abschwellen. Zudem sorgt der warme Dampf einer Hühnersuppe dafür, dass die Schleimhäute befeuchtet werden. Damit eine Hühnersuppe ihre optimale Wirkung entfalten kann, sollte sie neben dem Suppenhuhn allerdings auch Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln sowie reichlich Petersilie enthalten. Wer die Wirkung zusätzlich unterstützen möchte, würzt noch mit frischem Ingwer und Chili.

Ingwer als Hausmittel gegen Erkältung

Ingwer ist nicht nur als klassisches Gewürz in der asiatischen Küche bekannt. Auch wegen seiner Wirkung als natürliches Hausmittel gegen Erkältungen wird die scharfe Knolle gern genutzt. Ingwer enthält ätherische Öle, die keimtötend, schmerzlindernd, schleimlösend und durchblutungsfördernd wirken.

Bei einer Erkältung kann Ingwer auf verschiedene Weise angewendet werden. Üblich ist die Anwendung als Tee. Dazu wird ein Stück kleingeschnittene Ingwerknolle mit heißem Wasser übergossen. Eventuell noch etwas Zitronensaft und frische Pfefferminzblätter zufügen und mit Honig süßen. Dies ergibt ein wohlschmeckendes Getränk, das wirkt. Natürlich kann kleingeschnittener Ingwer auch in klassischem Pfefferminztee oder Kräutertee gereicht werden. Tee mit Ingwer ist auch vorbeugend durchaus zu empfehlen.

Neben der Anwendung als Tee kann auch ein Stück geschälte Ingwerwurzel langsam zerkaut werden. Die ätherischen Öle sorgen für eine freie Nase. Ebenso kann Ingwer als Aufguss zum Inhalieren oder zum Gurgeln genutzt werden.

Inhalieren gegen Erkältungen

Das heiße Erkältungsbad und ein Dampfbad gehören zu den Klassikern der Hausmittel gegen Erkältung. Warmer Wasserdampf befeuchtet die Schleimhäute und unterstützt so den Abfluss von Sekreten. Dadurch werden die Atemwege befreit, die Durchblutung und so auch der Heilungsprozess gefördert.

Werden dem Wasserdampf dann noch Wirkstoffe wie Kamille, Eukalyptus, Teebaumöl, Salz, Fenchel oder Thymian zugesetzt, lässt sich die Wirkung zusätzlich erhöhen. Keime werden abgetötet, Schwellungen gelindert und die Heilung unterstützt.

Die Anwendung ist sehr einfach: Geben Sie den gewünschten Wirkstoff in eine Schüssel oder Schale und übergießen Sie diese mit kochendem Wasser. Halten Sie das Gesicht darüber und inhalieren Sie die wohltuenden Dämpfe. Ein über den Kopf geworfenes Handtuch sorgt dafür, dass der Dampf konzentriert inhaliert werden kann. Die Anwendung kann bis zu dreimal täglich wiederholt werden. Es gilt jedoch Vorsicht vor Verbrühungen, wenn das Wasser noch zu heiß ist!

Erkältungsbad mit Eukalyptus oder Teebaumöl

Eine ähnliche Wirkung wie Dampfbäder erzielen Erkältungsbäder mit Eukalyptusöl, Thymian oder anderen Wirkstoffen wie Teebaumöl. Geben Sie die gewünschten Zusätze in die Badewanne und lassen Sie heißes Wasser ein. Dieses sollte zwischen 35 und 38° heiß sein. Legen Sie sich hinein und inhalieren Sie die ätherischen Öle. Das warme Wasser und die Duftstoffe beruhigen die Schleimhäute und lösen Sekret. Insbesondere Teebaumöl gilt dabei als wirksames Mittel, um Keime abzutöten. Nach dem warmen Bad sollten Sie sich direkt hinlegen und sich „gesund“ schlafen.

Gurgeln bei Erkältung

Das Gurgeln gilt seit Jahrtausenden als wirksames Hausmittel gegen Erkältungen. Es wirkt gegen Halsschmerzen und verstopfte Nase, regt die Durchblutung an, wirkt schleimlösend und sorgt dafür, dass Krankheitskeime ausgespült werden. Bereits das Gurgeln mit Wasser kann für Linderung sorgen. Noch besser ist jedoch das Gurgeln mit Tees und verschiedenen Gurgellösungen, wie:

  • Teeaufgüsse aus Kamille, Fenchel, Salbei, Spitzwegerich und Minze
  • ätherische Öle wie Teebaumöl und Pfefferminzöl
  • Salzlösung
  • Mundwasser
  • Salzwasser gegen Erkältung

Salz gehört zu den Dingen, die tatsächlich nahezu jeder im Haus hat. Doch nicht jeder weiß, dass Salz bzw. Salzwasser auch ein hervorragendes Hausmittel gegen Erkältung ist. Salzwasser eignet sich einerseits zum Gurgeln bei Halsschmerzen und andererseits als Lösung für die Nasendusche. Dabei werden die Schleimhäute befeuchtet, gespült und der Sekretabfluss begünstigt. Außerdem werden Keime abgetötet und die Schleimhäute gereinigt.

Zwiebelsaft gegen Erkältung

Zwiebeln und auch Knoblauch werden wegen ihrer positiven Inhaltsstoffe seit jeher als Hausmittel gegen Erkältung geschätzt. Sie enthalten Vitamine, ätherische Öle und haben eine keimabtötende Wirkung. Zudem löst die Zwiebel festes Sekret und hilft beim Abhusten.

Bewährt hat sich hier vor allem Zwiebelsaft als beliebtes Mittel gegen Erkältung. Dieser wird ganz einfach selbst hergestellt:

Schneiden Sie eine große Zwiebel in kleine Stücke. Geben Sie diese in eine Schüssel oder ein anderes Gefäß und fügen Sie 3-4 Esslöffel Zucker hinzu. Lassen Sie den Ansatz zugedeckt mehrere Stunden (gern auch über Nacht) stehen. Anschließend kann der gebildete Saft abgeseiht werden.

Der Saft kann nun mehrmals täglich in kleinen Schlucken getrunken oder gelöffelt werden. Hustenreiz und Halsschmerzen werden deutlich gemindert.

Bei länger anhaltender Erkältung dringend zum Arzt

Natürlich ist die Liste der Hausmittel gegen Erkältung längst nicht vollständig. Dies kann nur ein Ausschnitt sein. Schließlich haben sich in den verschiedenen Kulturen und Regionen auf der Welt auch zahlreiche regionale Hausmittel bewährt. Viele davon sind mittlerweile auch bei uns verfügbar.

Egal, welche Hausmittel Sie anwenden: Eins gilt in jedem Fall: Sollte die Erkältung länger anhalten, Fieber oder starke Schmerzen hinzukommen, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Erst dieser kann abklären, ob es sich um eine klassische Erkältung oder eine andere – vielleicht ernsthaftere – Erkrankung handelt und diese entsprechend behandeln.

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